Der Zwölferrat der Stadt Munichen stellt ein Aufgebot

 

Regel und Rangordnung:


Ja, ich weiß, wir sind kein Verein, aber es ist ja so, daß wir immerhin eine militärische Einheit darstellen wollen. Was bedeutet, daß wir in der Öffentlichkeit auch so auftreten müssen. Deshalb gibt es bei uns, wie bei allen militärischen Einheiten, einen der sagt, wo es lang geht (auf Veranstaltungen). Die Regeln sollen dafür sorgen, daß das Miteinander besser klappt.

Musterung:

Das Wichtigste zuerst: ihr müsst leider 18 Jahre alt sein! Wenn allerdings ein erziehungsberechtigtes Familienmitglied von euch bei uns Dienst tut, könnt ihr natürlich auch bei uns mitmachen, wenn ihr unter 18 seid.

Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Da wir kein Verein sind, benötigt jeder eine.

Ein eigenes Auto wäre gut.

Im ersten Jahr in der Gruppe werdet ihr als Rekrut Dienst tun. In diesem Jahr haben wir, sowie ihr, die Möglichkeit, uns näher kennen zu lernen, Veranstaltungen zusammen zu besuchen und zu trainieren. Ihr habt Zeit, euch die richtige Ausrüstung zuzulegen.

Ausrüstung:

Zivile Ausrüstung hat Vorrang vor militärischer. Besorgt euch erst mal normale Kleidung des späten 15. Jh. Wir unterstützen euch dabei nach bestem Wissen und Gewissen.

Grundausrüstung für den Mann:

Mindestens ein Hemd aus Leinen (keine Rügenwalder Teewursthemden, Piraten- oder sonstige hemden, die es in der von uns dargestellten Epoche nicht gab).

Eine Hose aus Wolle.

Falls Ihr gedenken solltet, mal ohne Hosen in der Öffentlichkeit rumzurennen oder euch ein kühlendes Bad gönnen wollt, besorgt euch vorher passende Unterhosen oder lauft nackig rum (was Gott behüte und uns hoffentlich allen erspart bleibt).

Des weiteren benötigt Ihr eine Weste oder Jacke zum festnesteln der Hose. Falls ihr euch eine Weste zulegen solltet, benötigt ihr noch eine Schecke zum darüber tragen.

Dann natürlich ein Paar Schuhe. Gürtel, eine Gürteltasche, Messer, Teller und Kopfbedeckung gehören ebenfalls dazu.

Ansonsten könnt ihr euch an Kleidung zulegen, was ihr wollt und so viel ihr wollt.

Bei Frauen ist das etwas einfacher:


Ein Paar Schuhe, Unterkleid, Kleid, Messer, Kopfbedeckung, Gürtel und eine Gürteltasche.

Na ja... und etwas zur Nahrungsaufnahme.

Da wir aber eine Gruppe Raisiger darstellen, gehören Waffen und ihr Umgang durchaus dazu, das soll aber nicht im Vordergrund stehen.

Militärische Ausrüstung:

Helm, Dolch, Stangenwaffe (z.B. Helmbarde oder Rosschinder). Auch hier ist es so, daß ihr euch natürlich auch noch weitere Waffe nach euren persönlichen wünschen besorgen könnt.

Was noch nützlich ist:

Strohsack, Transportbehälter wie Körbe, Säcke oder Truhen zur Vermeidung neuzeitlicher Plastikbehälter, Wolldecke(n), Handtuch, “Tarnung” für  Toilettenartikel, Feuerzeug,...

Grundsätzlich ist alles an Ausrüstung erlaubt, solange sie zur Gruppe passt (wir sind ein Städtisches Aufgebot, keine Ritter, Fürsten oder Sonstige von Adel). Es ist außerdem wichtig, mit seiner jeweiligen Bewaffnung zu trainieren und verantwortungsbewusst umzugehen. Die Ausrüstung muss anhand von Quellen nachweislich aus dem 15. Jh. stammen (Texte, Abbildungen, Skizzen).

Der Fluch des 21. Jh.:

Alle neuzeitlichen Gegenstände müssen ständig vor den Augen der Besucher und soweit nur irgend möglich, auch vor den anderer Mitglieder verborgen werden, um das geschaffene Bild weder für Besucher noch Teilnehmer zu zerstören.

Was man nicht sieht, existiert auch nicht. Also nicht-mittelalterliches bitte nur im Zelt verwenden, wo es keiner sieht oder es mittelalterlich "tarnen".

Besorgt euch bitte Kontacklinsen oder ein Brillengestell aus dem 15. Jh..

Rauchen ist nur außerhalb des Veranstaltungsgeländes und außerhalb der Sichtweite von Mitglieder und Besuchern erlaubt!

Alkverbot! Tagsüber herrscht Alkverbot (zum Essen kann man schon mal ein Bier trinken). Absolut verboten bei Waffenexercitien. Was ihr am Abend macht, ist eure Sache, solange ihr die Ruhe des Lagers nicht stört und keinen Blödsinn macht.

Struktur:

Da wir eine Gruppe Raisiger darstellen (also eine militärische Einheit) haben wir einen Hauptmann. Beim Drill oder auf Veranstaltungen, also in der Öffentlichkeit, hat der Hauptmann das Sagen. Und hier gilt das alte Sprichwort:


"Wer Befehl nicht Befolgt wird Bestraft" (nicht zu ernst nehmen).


Außerdem ist es wichtig, dass eine Person der Vermittler zwischen Veranstalter und Gruppe ist.

Es geht hier um ein Rollenspiel. Wenn der Hauptmann euch anscheist, weil ihr links von rechts nicht unterscheiden könnt, ist das nichts persönliches. Wenn ihr so was nicht abkönnt, solltet ihr bei so was auch nicht mitmachen.

Des weiteren arbeiten alle zusammen, keiner hat sich ohne guten Grund von der Arbeit oder dem Drill zu drücken.

Zu Beginn des Jahres werden die Veranstaltungen, die als Gruppe besucht werden, festgelegt. Jeder hat dann einen Monat zeit, zu- oder abzusagen. Zusagen sind verbindlich (Ausnahmen sind Krankheit, Beerdigungen eines Angehörigen…)

Unsere Ziele oder was wir Erreichen wollen:

Das Ziel der Gruppe ist die historisch korrekte Darstellung (so fern das heutzutage noch nachvollziehbar ist) der Lebensumstände der Menschen in der zweiten Hälfte des 15. Jh. (im Nachfolgenden Living History genannt) mit oder ohne Publikum.

Living History bedeutet für uns, die entsprechende Zeit nachzuleben, soweit dies in der heutigen Zeit machbar ist. Bei einer Veranstaltung mit Publikum bedeutet dies jedoch auch, auf Fragen von Besuchern so freundlich und umfassend wie möglich einzugehen. Darum benötigt jeder Teilnehmer ein Minimum an Hintergrundwissen.

Zum Guten Schluss:

Diese Regeln stellen nur einen Überblick dar. Da es nicht möglich ist, alle Verhaltensmuster von Menschen hier aufzuführen, sollen diese Regeln nur das darstellen, was ausdrücklich nicht erlaubt ist. Diese Regeln sind jederzeit verschärfbar oder erweiterbar, auch in nicht schriftlicher Form!

Hört sich alles etwas heftig an, ist aber nicht so wild.

Wenn ihr also Interesse haben solltet, schreibt uns einfach eine Mail.